Das Wolfswappen

Vor dem heutigen Wappen waren die Buchstaben RS (= Rammersweier) das Siegelbild für Rammersweier.  Anfang des 19. Jahrhunderts stellt sich in einem von einer Laubkrone überhöhten Schild der schreitende Wolf ein.
Der Stein steht heute noch in Rammersweier bei einem beliebten Ausflugsziel.

Doch woher der Wolf als Wappen?

Alt Ortsvorsteher Gerhard Hurst kann sich noch daran erinnern, daß ihm seine Großmutter (*1885) von einem Streit erzählte, in dem sich die Rammersweirer wie Wölfe wehrten und die Zell-Weierbacher wie Esel daneben gestanden haben sollen.
Tatsächlich geht das Wappen nach mündlicher Überlieferung auf eine Begebenheit in der Zeit der Reformation zurück, als man versuchte, die Lehre Luthers in der Gegend zu verbreiten. Die Rammersweirer erzürnten von den Worten des neuen Predigers und jagten ihn von der Kanzel, während die Zeller nur verblüfft zusahen.

 „In der heutigen Bevölkerung ist das Andenken an ein Auftreten der Reformation in der hochgefeierten Marienkirche fast erloschen und nur die zwei Spottnamen, welche die Rammersweirer, so man „Wölfe“ nennt, und die Zeller, welche „Esel“ gescholten werden, vom Volksmunde zu hören bekommen, mahnen noch dunkel an jene Zeit. Als einst, meldet eine mündliche Überlieferung, einer der eingesetzten Pfarrer die neue Lehre Luthers verkündete, ergrimmten die Rammersweirer, stürmten auf die Kanzel, verschlugen ihm mit Rebstecken den Kopf und jagten ihn herab, während die Zeller verblüfft zusahen. Der mißhandelte Prediger rief donnernd in die Kirche: Diese fallen mich an, wie reißende Wölfe das fromme Schaf, und ihr Zeller dort hinten gafft ruhig zu, wie die Esel über den Hag.“

In Rammersweier wissen nur noch wenige, daß eine an Kirchenprozessionen (wie z.B. Fronleichnam) bis an den heutigen Tag getragene Wachskerze als Symbol dafür steht, daß die Rammersweirer die Gedanken der lutherischen Kirche im Ursprung bekämpften.